Der ursprünglich aus Schlesien stammende Blalla W. Hallmann, Jahrgang 1941,
entwickelte schon als Jugendlicher, unter Anregung eines Malers seine zeichnerischen Fähigkeiten.
Nach einem einjährigen Probestudium an der Kunstakademie Düsseldorf als Sechzehnjähriger begann er eine Lehre
als Maler und Anstreicher und schloß später ein Kunststudium in Nürnberg ab. Ende der 60er ging Hallmann
mehrere Jahre nach San Francisco, wo er den Underground - Zeichner Robert Cromb kennen lernte und einer Lehrtätigkeit
an der Universität von Kalifornien nachging.
Blallas Arbeiten, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kinderzeichnungen, Ikone, und Akademie aufweisen,
zeigen gleichwertig die Motive einer heilen und doch abgründigen Welt. Zyklen über Geburt, Folter- und Leichenkammern
finden sich ebenso, wie phantastische Wesen und parodistische Elemente der Kunstgeschichte.
In den 80er Jahren zeigen seine sogenannten „Horrorbilder“ Weltbilder aus KZ-Horror, Inquisition, Bigotterie
und rosa überwölktem Voralpenland, die sich in den 90er Jahren durch den verwendeten schwarzen Hintergrund hervorheben.
Nachdem er schon als Jugendlicher unter Anregung eines Malers seine
zeichnerischen Fähigkeiten entwickelte, wurde er 1957 als Sechzehnjähriger zum Probestudium an der
Kunstakademie Düsseldorf aufgenommen. Nach einem Jahr wurde er wieder nach Hausegeschickt und begann
darauf hin eine Lehre als Maler und Anstreicher.
1960 kam er an die Kunstakademie in Nürnberg, wo man ihn wegen seiner unakademischen Bilder den Namen Blalla
verpaßt. Auf einer Parisreise Anfang der 60er Jahre wurde er in seiner Ansicht bestärkt, daß Kunst
eher bei den sogenannten Naiven zu finden ist, als im akademischen Lager, Zweiundzwanzigjährig schläft er
erstmals mit einer Frau. Nach beendetem Kunststudium gründet Hallmann mit Studienkollegen im Frühjahr
1965 ein Wandertheater, aus dem später das „Hoffmanns Comic- Theater“ wurde. 1967 geht er
für mehrere Jahre nach San Francisco, wo er unter anderen den Underground - Zeichner Robert Cromb kennenlernte,
einschneidende Erfahrung mit Drogen machte und einer Lehrtätigkeit an der Universität von Kalifornien
nachging. 1969 kehrte er nach Deutschland zurück. Völlig aus dem Tritt gekommen verbringt er einige Monate
in einer psychiatrischen Anstalt. In den folgenden Jahren blieb er trotz zwischenzeitlichen Aktivitäten an
der „Kunstfront“ in seiner Verzweiflung zwischen Psychopharmaka und Psychiatrieaufenthalten gefangen.
Tabletten und Alkohol, Selbstmordversuche begleiten sein künstlerisches Arbeiten, in dem er ebensowenig
Normalität gab wie in seinem gelebten Leben. Nach zahlreichen Umzügen begann er Anfang der 80er Jahre,
sich in sogenannten „Horrorbildern“ seinen Ekel von der Menschheit von der Seele zu Malen.
1982 zog er nach Brühl, 1984 nach Köln. Dort, im Boom der Neuen Wilden Malerei, fand auch seine
eigenwillig drastische Malerei breite Anerkennung. Wilder als die Wilden und zugleich malerisch sorgfältiger
blieb er allerdings ein künstlerischer Außenseiter. 1992 verließ er Köln. Er versuchte
in Berlin Fuß zu fassen, um dann 1994 nach Windsbach bei Ansbach zu ziehen, wo er 1997 im Alter von 56
Jahren starb.
Jürgen Kisters