François Burland wird 1958 in Lausanne geboren. Nachdem er die Schule vor Abschluss abgebrochen hat, beginnt er eine Lehre als Litograph, die er nicht beendet. Er sehnt sich nach Abenteuer und Freiheit, einem Leben außerhalb der gesellschaftlichen Konventionen und Zwänge.
Der Ursprung seines Wunsches nach Autonomie ist in seiner Kindheit begründet. Er verbringt die Sonntage und Schulferien im Dorf seiner Großeltern, wo er mit Zigeunern und nigerianischen Soldaten in Berührung kommt. Seine Großmutter berichtet ihm von ihren Erlebnissen während des Zweiten Weltkrieges und macht ihn gleichzeitig mit Büchern über Historienmalerei und der Malerei des Mittelalters vertraut. Aus diesen Erfahrungen und Berichten schafft sich der junge Burland eine eigene Welt voller Mythen, Märtyrer und Magie. Diese imaginierte Welt wird zu seiner Wirklichkeit, seinem Mythos.
In der Realität fühlt er sich als Außenseiter und gescheiterter Taugenichts, bevor er den Maler Jean-Claude Staehli kennenlernt, sich bei ihm künstlerisch ausprobieren kann und der ihn mit der zeitgenössischen Kunstszene vertraut macht. Burlands erste Ausstellung in einer kleinen Lausanner Galerie im Jahre 1978 bleibt erfolglos. Im gleichen Jahr bereist er den Orient und findet dort die Erinnerungen und den Mythos seiner Kindheit wieder. Es entstehen neue Werke, in denen er die Erlebnisse seiner Reise gepaart mit seinen Kindheitserinnerungen zeichnerisch umsetzt. 1980 stellt Burland erneut in Lausanne aus und wird von Michel Thévoz, dem Direktor des Musée de l'art brut, entdeckt. Acht Jahre später wird eine Reise in die Sahara zum Schlüsselerlebnis für Burland. Hier lebt er gemeinsam mit Nomaden die Freiheit, die das Leitmotiv seines eigenen Lebens ist. Er sammelt Inspiration, trifft die Krieger aus den Büchern der Historienmalerei und fühlt die Magie seiner Kindheit. Seither wiederholt Burland seine Wüstenreise jährlich.

In seinem Atelier in Mont Pélerin am Genfer See entstehen seit 1988 in sich abgeschlossene Zyklen, in denen auf zerrissenen Papiersäcken Zeichnungen in farbig oder Schwarz- und Brauntönen entstehen. In seinen Zyklen beherrschen Fantasietiere und Ornamente, Krieger mit Kalaschnikows und Toyotawagen, das Ritual des Alpaufzugs sowie menschliche Mischwesen den bräunlichen Papiergrund.
Die Galerie Susanne Zander zeigt eine Auswahl aus den Zyklen „Poya“, „Le baleines du Ténéré“ und „Au nom du père“.


Vita
Françoise Burland